Vorwort von Dr. Heinrich Schaller

Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenlandesbank OÖ

Nähe, Stabilität und Vertrauen: Corona-Krise macht die Stärken der Raiffeisenlandesbank OÖ deutlich

Die COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen zu deren Eindämmung haben in den letzten Monaten jeden Einzelnen – jede Privatperson, jedes Unternehmen und damit unsere gesamte Gesellschaft und unser Wirtschaftssystem – vor ungeahnte Herausforderungen gestellt. In einer derart schwierigen wirtschaftlichen Phase tragen wir als Bank eine besondere Verantwortung. Die Aufgabe der Raiffeisenlandesbank OÖ war und ist es dazu beizutragen, dass Privatpersonen, Unternehmen, ihre Mitarbeiter und der gesamte Wirtschaftsstandort diese Situation möglichst gut bewältigen. Dazu wurden rasch konkrete und umfassende Maßnahmenpakete gemeinsam mit der Bundesregierung, der Wirtschaftskammer und anderen öffentlichen Stellen geschnürt, um existenzbedrohende Folgen für die Wirtschaft abzufedern.

Schnelle unbürokratische Hilfe

Im Zentrum der Maßnahmen steht, die Liquidität der Unternehmen zu sichern und so bei unseren Kunden für Stabilität zu sorgen. Dort, wo es notwendig war, wurden auch Zinsen und Kreditrückzahlungen nach hinten geschoben. Es galt möglichst schnell und unbürokratisch zu helfen und die besten Lösungen in Zusammenhang mit den staatlichen Förderungen zu garantieren. Hier hat der gesamte Raiffeisensektor in Oberösterreich bis Ende Juni mit 12.300 Kreditstundungen und rund 1,2 Milliarden Euro an Überbrückungshilfen für seine Kunden und damit auch für den gesamten Wirtschaftsstandort enorm viel geleistet. Der persönliche Kontakt, eine vertrauensvolle Partnerschaft und das Know-how, das sich die Raiffeisenlandesbank OÖ über viele Jahre aufgebaut hat, sind in diesem Zusammenhang entscheidende Faktoren, die einmal mehr die Stärken von Raiffeisen Oberösterreich deutlich vor Augen führen.

Stärkste Förderbank in Österreich

Die Expertise spiegelt sich auch in einem aktuellen Banken-Ranking des Austria Wirtschaftsservice (aws) wider: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 hat die Raiffeisenbankengruppe Oberösterreich 27 % aller in Österreich genehmigten aws erp-Kredite (Abkürzung für European Recovery Program = Europäisches Wiederaufbau-Programm) abgewickelt. Die Auswertung des Austria Wirtschaftsservice zeigt, dass Raiffeisen OÖ sowohl bei der Anzahl als auch beim vergebenen Kreditvolumen den mit Abstand größten Marktanteil hält und somit als klare Nummer eins die stärkste Förderbank in Österreich ist.

Weiterhin stabile Kernkapitalausstattung

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind bis dato noch nicht in vollem Maße abschätzbar, umso wichtiger ist für die Raiffeisenlandesbank OÖ eine stabile, starke Kernkapitalausstattung. Sie stellt eine wertvolle Basis und ein zentrales Fundament dar, um die Kunden auch in Zukunft bei ihren Projekten und Vorhaben als stabiler Bankpartner begleiten zu können und Investitionen zu ermöglichen. Die harte Kernkapitalquote (CET 1 Ratio) befindet sich Mitte des Jahres 2020 im Konzern (Kreditinstitutsgruppe) mit 13,34 % angesichts der COVID-bedingten Bewertungen und des gestiegenen Finanzierungsvolumens weiterhin auf einem guten Niveau.

Ergebnis als Spiegelbild der wirtschaftlichen Lage

Die Geschäftsentwicklung der Raiffeisenlandesbank OÖ ist immer auch ein Spiegelbild der wirtschaftlichen Lage in Oberösterreich. Nicht nur als Finanzpartner oberösterreichischer Unternehmen, sondern auch als Impulsgeber für den Standort mit einem umfangreichen Beteiligungsportfolio sind die negativen Folgen der Corona-Pandemie auch in den vorliegenden Zahlen des Halbjahresfinanzberichts 2020 deutlich erkennbar.

Corona-bedingte Marktturbulenzen, notwendige Risikovorsorgen sowie Abwertungen im Bereich der at equity bilanzierten Beteiligungen – insbesondere in Zusammenhang mit RBI und voestalpine – haben in Summe zu einem negativen Ergebnis im Konzern der Raiffeisenlandesbank OÖ geführt. Dies ist lediglich eine Corona-bedingte Momentaufnahme, denn mit Blick auf die kommenden Monate ist weiterhin von einer stabilen operativen Geschäftsentwicklung einerseits der Raiffeisenlandesbank OÖ aber auch beim Großteil der übrigen Konzernunternehmen auszugehen.

Nachhaltige Digitalisierungsprozesse

Eine Folge der Corona-Krise, die nachhaltige Wirkung zeigt, ist die enorme Dynamik in der Digitalisierung. Die Raiffeisenlandesbank OÖ hat sich in den vergangenen Monaten nicht nur in der Zusammenarbeit im Unternehmen, sondern auch bei der Vereinfachung von Prozessen enorm weiterentwickelt. Das betrifft etwa digitalisierte Prozesse beim Abschluss von Rechtsgeschäften, aber auch die Etablierung von Home-Office und Videokonferenzen. Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie agil und rasch sich das Unternehmen auf neue Situationen einstellen kann. Ein Digitalisierungsschub ist aber auch im Kundenverhalten spürbar: So wird heute die Möglichkeit des bargeldlosen Bezahlens noch stärker genutzt als bisher – nicht nur das bargeldlose, vor allem auch das kontaktlose Bezahlen am Point of Sale mit Karte oder Smartphone. Bereits vier von fünf unserer Kunden nutzen diese Bezahlweise an der Kassa. Besonders das Smartphone und andere Geräte wie Smartwatches werden künftig immer wichtiger, wenn es um das Erledigen von Bankgeschäften geht. Die Bedürfnisse unserer Kunden sind in diesem Zusammenhang sehr unterschiedlich, deshalb wollen wir ihnen möglichst viele Optionen anbieten, egal ob sie bar, mit Karte oder via Smartphone zahlen möchten. Diesem digitalisierten Umfeld begegnen wir nicht nur, indem wir moderne und innovative Produkte entwickeln. Auch das Unternehmen muss sich permanent strukturell und organisatorisch weiterentwickeln. Dies tun wir auf Basis zahlreicher interner Projekte und Initiativen, mit denen zukunftsorientierte Strategien geplant und effizient umgesetzt werden.

Mut zur Weiterentwicklung

Gerade in einem herausfordernden Umfeld gilt es mutig zu sein. Schwierige Zeiten sind natürlich immer eine besondere Herausforderung. Sie sind aber auch eine Chance, die individuellen Stärken weiterzuentwickeln. Die Gesellschaft und damit auch die Wirtschaft befinden sich nach wie vor in einer fragilen Situation. Das Thema Corona wird uns noch für einen längeren Zeitraum begleiten. Umso mehr braucht es starke Finanzpartner. Die Aufgabe der Raiffeisenlandesbank OÖ wird auch in den kommenden Monaten sein, für Stabilität zu sorgen, für unsere Kunden da zu sein und sie bei ihren Vorhaben eng zu begleiten. Mit Mut, Offenheit und dem großen Vertrauen unserer Kunden wird es uns auch in Zukunft gelingen, die starke Marktposition der Raiffeisenlandesbank OÖ weiter auszubauen.

Dr. Heinrich Schaller
Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenlandesbank OÖ